Die Bedeutung der Kopfkontrolle

(Auszug aus dem Buch „Rotation – Nahrung für das Gehirn“ von Doris Bartel)

 

In einer gesunden Entwicklung ziehen sich frühkindliche Reflexe rechtzeitig zurück – genau dann, wenn neue motorische Fähigkeiten entstehen. Denn was dem Kind anfangs hilft, würde es später in seiner Entwicklung behindern.

 

Ein entscheidender Moment ist erreicht, wenn das Baby beginnt, in Bauchlage seinen Kopf gegen die Schwerkraft zu heben und stabil zu halten. Zu diesem Zeitpunkt sollten die frühkindlichen Reflexe bereits in den Hintergrund getreten sein. Denn genau durch diese Bewegung würden sie sonst immer wieder ausgelöst werden.

 

Die Folge ist eine dauerhafte, unbewusste Muskelanspannung – ein Zustand, der für den Körper ebenso wie für die Psyche Stress bedeutet.

Bleiben diese Muster bestehen, entwickeln Kinder Strategien, um dennoch „funktionieren“ zu können. Sie lernen, ihren Kopf mit übermäßiger Kraftanstrengung aufrecht zu halten und zu bewegen. Dieses kompensierende Verhalten kann sich bis ins Jugend- und Erwachsenenalter fortsetzen.

Dabei wird sehr viel Energie benötigt, um gegen die aktiven Reflexe anzukämpfen und die fehlende natürliche Kopfkontrolle auszugleichen.

Diese ständige Überanstrengung führt häufig zu schneller Ermüdung und kann die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit in allen Lebensbereichen deutlich einschränken.

 

Langfristig können daraus auch körperliche Beschwerden und Bewegungseinschränkungen entstehen – oft mit weitreichenden Auswirkungen auf das Wohlbefinden.

 

 

MUTTWILLIG        im Gespräch mit Michaela Roth